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Gut eingepackt und zugeschnürt: die richtigen Schuhe und Schnürung

Autor: Stephan Hugenschmidt

 

Worauf ihr bei euren Schuhe und der Schnürung achten solltet

Das Streckenprofil wie auch die dadurch bedingten Anforderungen an eure Schuhe, können gerade bei einem mehrtägigen Etappenrennen sehr unterschiedlich ausfallen. Daher solltet ihr mindestens 2 Paar eingelaufene und bewährte Schuhe dabei haben. Ihr müsst die Schuhe im Training schon mehrere Male gelaufen sein und ihre Eigenschaften kennen. Ich weiß z.B. genau, wie sich meine Schuhe auf felsigem, matschigem oder losem Untergrund verhalten. 

 

Das Streckenprofil

Bei losen und insbesondere matschigen Verhältnissen ist z.B. ein grobstolliges Profil besonders wichtig. Lasst euch hierbei vom Fachhändler eurer Wahl beraten und testet die Eigenschaften eurer Schuhe vorher im Training aus! Damit seid ihr dann auch bestens für die diversen Streckenanforderungen im Wettkampf gewappnet. Je nachdem, wie das Wetter und die Streckenführung der kommenden Etappe sind, könnt ihr so das passende Schuhmodell wählen. Beim Streckenbriefing dabei zu sein, ist somit ganz wichtig! Hier bekommt ihr genau die Infos, die ihr für eure Entscheidung braucht.

 

Wenn sich der Laufstil ändert, solltet ihr auch den Schuh wechseln

Ihr solltet euch außerdem bewusst sein, dass ihr nach mehreren Etappen immer erschöpfter werdet. Das wirkt sich natürlich auch auf euren Laufstil aus. Es wird dann immer schwieriger, auf dem Vor- bzw. Mittelfuß zu laufen. Je müder ihr seid, desto eher werdet ihr dann über die Ferse abrollen.
Ist dies der Fall, ist es besser, wenn ihr Schuhe mit mehr Dämpfung und größerer Sprengung verwendet. Ich persönlich würde die ersten Etappen mit Schuhen wie dem S-LAB SENSE laufen. Sie sind sehr leicht und das Gefühl für den Untergrund ist dank der geringen Sprengung hervorragend. Sobald ich aber merke, dass ich den aktiven Laufstil, den solche Schuhe erfordern, nicht mehr einhalten kann (d.h. wenn ich immer mehr über die Ferse abrolle), würde ich auf Schuhe mit mehr Dämpfung und größerer Sprengung wechseln. Wenn ihr mal auf euren Laufstil achtet, merkt ihr sehr schnell, wenn es so weit ist.

 

 

Die passende Schnürung ist wichtig

Alle Schuhe, die ich benutze, haben die Quicklace-Schnürung. Die funktioniert meiner Meinung nach perfekt. Natürlich sollte man die Schuhe nicht zu locker schnüren, weil man dann im Schuh schwimmt. Aber auch nicht zu fest, da man dadurch Druckstellen oder Taubheitsgefühle bekommen kann. Zum Teil sollte man während des Rennens die Schnürung lockerer oder enger machen. Lockerer, wenn der Fuß im Laufe der Zeit oder bei Regen anschwillt. Enger, wenn das Fussgewölbe absinkt. Hierfür ist das Quicklace-System natürlich perfekt, weil das Verstellen blitzschnell geht. Was ich immer wieder sehe, ist, dass die Schnürsenkel nicht verstaut werden. Das kann gefährlich werden, weil sich die Schnürsenkel ganz schnell mal an einer Wurzel oder Ähnlichem einhängen können. Ein Sturz ist dann meist unvermeidbar.

 

Spezielle Pflege nach der Etappe 

In der Regel behandle ich meine Schuhe nicht speziell nach einer Etappe. Nur, wenn sie richtig verschlammt sind. Dann wasche ich den Dreck z.B. kurz in einem Bach ab. Um sie bis zum nächsten Tag wieder (einigermaßen) trocken zu bekommen, stopfe ich sie mit alten Zeitungen aus. Das hilft auch, damit die Schuhe ihre Form behalten. Oft sind die Schuhe nach dem Trocknen etwas störrisch. Normalerweise legt sich das beim Laufen wieder. Aber wer will, kann hier spezielle Sprays verwenden, die den Schuh wieder „weich und geschmeidig“ machen.

 

Stephan Hugenschmidt

Der aus Süddeutschland stammende Trail Runner hat die Berge zunächst auf Skiern erkundet. Während er mehr und mehr zum Läufer wurde, vermisste er Berge und Natur, bis er irgendwann die ideale Kombination aus Laufen und Natur für sich entdeckte – Trailrunning. Bereits 2011 verzeichnete er die ersten großen Rennerfolge, die bis heute anhalten. Neben ersten Plätzen beim Ultratrail Lago di Orta, dem Goretex Transalpine Run, dem Zugspitz Ultratrail oder dem Scienictrail, konnte er bei mehr als 34 internationalen Rennen unzählige Top-Platzierungen und sogar Streckenrekorde verzeichnen.

(c) Philipp Reiter/Salomon Running 

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