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Von München nach Istanbul

Denis Wischniewski, Herausgeber des TRAIL Magazins, absolviert aktuell den Trailrun seines Lebens: In 50 Tagen 50 Marathonläufe auf der Strecke von München nach Istanbul. Laufen ist für Denis Abenteuer – über sein aktuelles Abenteuer haben wir im Vorfeld mit ihm gesprochen.

Hallo Denis,
besten Dank, dass Du Dir Zeit für unser Interview genommen hast.

PowerBar: Bald geht es los – Du läufst in 50 Tagen von München nach Istanbul. Kannst du uns bitte kurz ein paar Worte über dich selbst und dein großes Vorhaben erzählen?

Ich laufe nun seit rund 10 Jahren auch lange Distanzen und dabei machten mir die Etappenläufe immer viel Spaß. Meist waren die eine Woche lang – jetzt sind es 50 Tage und ich liebe das Ungewisse und Unkalkulierbare daran.

Als Herausgeber des Magazins TRAIL kann ich mit dem Lauf natürlich perfekt Hobby und Beruf verbinden. Es wird zu meinem Projekt einen Film geben und vermutlich sogar auch ein Buch.

PowerBar: Wie geht es dir zurzeit? Es ist nur noch eine gute Woche bis zum großen Ereignis: Kannst du noch ruhig schlafen?

Mir geht es gut, ich bin gesund, keine Verletzungen, keine Krankheiten, aber eben ein ständiges Fragezeichen über mir. Ich weiß natürlich, dass der Zeitraum unglaublich lange ist und ich durch viel tiefe Täler muss, um anzukommen. Grundsätzlich habe ich aber einfach eine große Lust und das wird mir helfen. Es ist letztlich eine Kopfsache, wenn der Körper keine Probleme macht. Ach ja - ich kann ruhig schlafen! Mit 43 musst du allerdings mindestens einmal nachts aufs WC.

PowerBar: So langsam sollten deine Koffer gepackt sein. Was nimmst du alles mit und wie gehst du das Ganze an?

Es ist Sommer. Das ist ein großer Vorteil. Ich denke ich komme mit einer großen Sporttasche aus. Wenn ich nicht meine Laufsachen trage, dann sollten 2-3 Shorts, ein paar T-Shirts und Unterhosen reichen. Allerdings muss ich hier aber sagen, dass ich mir den Luxus gönne, eine Begleitung auf der gesamten Tour zu haben. Meine Lebensgefährtin und mein Vater sind als Support dabei. Das heißt, sie warten mindestens an einer Stelle der Tagesetappen und am Ziel. Ich muss also "nur" meine Tagesausrüstung bei mir tragen. Das macht es einfacher. Ich habe also die üblichen Dinge im Laufrucksack: Eine Wetterschutzjacke, trockene Wäsche, ein Erste-Hilfe-Set, ein GPS-System und meine Fotokamera darf nicht fehlen – ich will die Bilder unbedingt festhalten, auch wenn das oft viel Zeit kostet. 

PowerBar: Deine Route führt dich teilweise durch abgelegenes Gelände. Mit Zelt, Kleidung und Equipment ist das Auto bestimmt schon recht voll. Wie machst du das mit der Verpflegung in den 50 Tagen?

denis-laeuft-2016Die Verpflegung ist bei solchen Projekten immer ein wichtiges Thema. Ich bin froh, hier auf die Unterstützung und große Auswahl von PowerBar zurückgreifen zu können. Ich habe mir für alle Etappen meine notwendigen Produkte bereits sortiert und rationiert. Pro Tag rund 10 Gels, 5 Riegel und eine Menge Gel-Shots.

Die Kiste füllt das Auto schon gut aus. Gerade in den letzten Tagen überlege ich natürlich immer wieder, was unverzichtbar wäre, aber es reduziert sich dann doch sehr auf Verpflegung, Funktionskleidung, Karten und Kamera.

Während dem Laufen brauch ich Essen, das mir wenig Arbeit macht. Die PowerGel Shots steck ich in den Mund und die gehen wie von alleine runter. Mit dem Gel ist es ähnlich – völlig unverzichtbar während des Laufens und für mich auch eine echte Versicherung, denn ich weiß es ist effektiv, schnell und mein Körper verträgt die Sachen. Ich nehme diese Produkte schon seit langer Zeit und fühle mich deshalb sicher mit ihnen. Enorm wichtig ist aber auch das Trinken. Im Balkan wird es im Juli höllisch heiß und nur mit Wasser würde ich nicht weit kommen.

Ich will aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich bei diesen Tagesetappen über 5-7 Stunden auch einfach mal in einen Lebensmittelmarkt stürme und frisches Brot, Käse, Wurst, Oliven und Obst kaufe. Allerdings kann ich so etwas nur machen, wenn ich weiß, dass ich mir danach auch eine Verdauungspause leisten kann. Oft kannst du als Ultraläufer eben doch nicht all das essen, was einen "anmacht". Ich durchlaufe Länder, die kulinarisch viel zu bieten haben und das will ich nutzen, wenn es eben geht.

PowerBar: Dein tägliches Laufpensum beträgt in der Regel eine Marathon Distanz oder sogar mehr. Hast du hier spezielle Erholungsstrategien? Gibt es eine spezifische Speisekarte für den Abend?

Das Abendessen und Essen direkt nach den Etappen ist sehr wichtig. Das ganze Thema Recovery ist bei einem solch langen Etappentrail elementar. Ich darf möglichst wenig Muskelmasse verlieren und versuche hochwertige Proteine zu mir zu nehmen. Unmittelbar nach dem Lauf sind mir die Proteinbars wichtig und weil die lecker sind, fällt es mir nicht schwer 2-3 zu verdrücken. Am Abend soll das Essen meine Speicher füllen. Ich hoffe auf viel Gemüse, Kartoffeln und gutes, mageres Fleisch. Insgesamt versuche ich abends das zu essen, wovon ich weiß, dass ich es gut vertrage. Das wird eine Herausforderung. Wir machen Station an Orten, an denen wir was das Essen angeht oft keine zweite oder dritte Option haben.

PowerBar: Du bist täglich mehrere Stunden unterwegs. Wie vertreibst du dir die Zeit beim Laufen?

Beim Laufen laufe ich. Das ist es. Für viele ist das immer wieder eine Frage – ich weiß schon. Einen Surfer, Fußballspieler oder Radrennfahrer würdest du das vermutlich nie fragen. Es kann schon sein, dass ich mir teilweise etwas Musik in die Ohren jage. Harter Metal, alter US-Eastcoast Hardcorepunk. Es muss richtig donnern.

PowerBar: Nach 50 Tagen wirst du in Istanbul dein Ziel erreichen. Was ist das erste, was du nach deiner Ankunft tun wirst?

Ich wäre froh, wenn ich es schaffe. Ich wäre also sehr dankbar und wahrscheinlich ruhiger als ich es sein möchte. Es wäre schön, wenn ich vor Glück so richtig heulen könnte. Ein großes Glück wäre natürlich in Istanbul Familie, meine Kinder und Freundin in die Arme zu nehmen. Ich weiß, dass es eine türkische Trailrun-Szene gibt, die mich verfolgen und hoffentlich auf den letzten Etappen als Support dabei sein wird. Ich denke, du kannst in Istanbul je nach Zustand ordentlich Party machen oder eben sehr viel pennen, essen und chillen.

 

Viel Spaß und Erfolg für dein Vorhaben, Denis!

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Bild: Oliver Soulas