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Einmal volltanken, bitte!

Die richtige Ernährung nach einer Etappe

Die Ernährungsexpertin Judith Haudum berichtet von ihrer Arbeit mit dem BMC Racing Team

Bei einer knackigen Etappe verbrennt der Körper gut und gerne 6000 kcal. Nach der Belastung gilt es deshalb, die Energiespeicher wieder vollzutanken. Doch wie schafft man das am besten? Die Ernährungsexpertin des BMC Racing Teams, Judith Haudum, erklärt, wie es richtig gemacht wird, was beim Essen überraschenderweise in keinem Bus fehlt und warum der Letzte manchmal leer ausgeht.

Nach dem Rennen die Speicher füllen

Nach dem Rennen muss es meist schnell gehen. Besonders, wenn nach der Zielankunft noch lange Transfers anstehen. Die Fahrer müssen sich schon von der Ziellinie bis zum Hotelzimmer erholen und auch essen. Im Auto und Bus befinden sich deshalb einige Dinge zum Knabbern. Ich achte darauf, dass meine Vorstellung von Ernährung auch umgesetzt wird. In dieser Zeit nach dem Rennen kann viel falsch gemacht werden. Wichtig ist, die leeren Speicher aufzufüllen, vor allem mit Kohlenhydraten und Eiweiß. Einige Fahrer greifen zu Obst und Müsli, andere bevorzugen einen Teller Reis. Andere trinken einen PowerBar Protein oder Recovery Shake, die bequemste Weise, sich schnell mit den richtigen Nährstoffen zu versorgen. Was in jedem Teambus hier im Radzirkus zu finden ist, sind Olivenöl und Parmesan. Woher diese Prägung kommt? Ich weiß es nicht. Aber die Italiener haben schon viel von ihrer Küche mit in den Radzirkus gebracht. Diese beiden Lebensmittel sind fast so was wie das Herz der Ernährung für die Rennfahrer. Fehlt eines, dann ist das ein riesengroßes Problem. In jedem Team!

Reis für Alle nach der langen Etappe

Weil der Energieverbrauch bei einer langen Etappe sehr hoch ist, achtet neben mir auch der Teamdoktor darauf, dass die Fahrer nach der Etappe sofort mit den Regenerationsmaßnahmen beginnen. Das heißt, dass neben der Dusche, dem Umziehen und den Interviews auch gegessen und getrunken wird. Bereits auf dem Weg ins Hotel können unsere Fahrer dank der Arbeit unseres Teamkochs und des Busfahrers aus verschiedenen Gerichten wählen: Reis ist ohnehin Standard, dazu Hühnerbrust und Thunfisch. Wer will, kann sich auch eine Portion Müsli zubereiten und damit in die Regeneration starten. Die meisten unserer Fahrer bevorzugen jedoch Reis. Diesen können sie nach Belieben mit Süßem kombinieren oder einfach mit Fleisch und Fisch essen. Die Befürchtung an solchen Tagen ist immer, dass der Reis nicht ausreicht. Im Bus befindet sich ein Reiskocher, der wird verwendet, um den Reis vor der Zielankunft frisch zuzubereiten. Einige Male ist es bei Rennen schon geschehen, dass der letzte Fahrer keinen Reis mehr bekommen hat. Bei der Tour de France sollte das aber besser nicht passieren.

Nach der Bergetappe ist ein Dessert drin

An einem Tag mit einigen Bergen ist beim Essen die Menge an Kohlenhydraten um einiges höher als sonst. Das Abendessen darf deshalb schon mehr davon aufweisen und auch das Dessert ist meist nicht nur ein Fruchtsalat. Da darf dann auch mal etwas Süßes her. Schokomousse und Obstkuchen werden an solchen Tagen jedenfalls besonders gerne gegessen.

Judith Haudum ist 33 Jahre alt und stammt aus dem österreichischen Salzburg. Die studierte Sportwissenschaftlerin, Dozentin und Expertin für Sporternährung arbeitet beim Team BMC, das vom Sponsor Powerbar mit hochwertiger Sporternährung unterstützt wird.