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Der Speiseplan der Profis

Nach der Etappe muss es bei den Profi-Teams der Tour de France meistens ganz schnell gehen. Vom Rad geht es oft direkt zur Verpflegung in den Teambus. Dort werden die Energiereserven wieder aufgetankt. Judith Haudum, Ernährungsexpertin des BMC Racing Teams erklärt, was die Fahrer in der Schlussphase des Rennens zu sich nehmen, was unmittelbar nach der Belastung auf den Teller kommt und was besonders gern gegessen wird.

Sprint-Etappe, Etappe 7, 190 km, Livarot - Fougères

Was ist die zentrale Herausforderung dieser Etappe?

Wenn man sich das Etappenprofil anschaut, wird schnell klar: Hier haben die Sprinter die Nase vorn. Anders als bei der vierten Etappe gibt’s kein Kopfsteinpflaster, jedoch warten erneut 190,5 km, die zurückgelegt werden müssen. Einige Fahrer litten stark unter den Kopfsteinpflaster-Abschnitten und lassen es aufgrund der Schmerzen etwas ruhiger angehen. Für die Sprinter gilt das nicht. Für sie ist es eine extrem wichtige Etappe, schließlich gibt es nur wenige Etappen, auf denen sie richtig punkten können. Und nur wer clever fährt, wird auch vorne mit dabei sein. Deshalb gilt: Im Windschatten fahren, während der Etappe ausreichend essen und eine gute Position für den Schlusssprint sichern.

 

Wie funktioniert die Nahrungsmittelversorgung vor und nach dem Rennen? 

Die Vorbereitung für die Etappe beginnt bereits am Vortag. Wir wissen, wie der Transfer abläuft, wir kennen die Distanz zum Start und auch vom Ziel zum Hotel. Ich möchte, dass unsere Fahrer sich komplett auf die Regeneration konzentrieren können, daher plane ich jedes Detail mit dem Teamkoch. Wir stellen beispielsweise sicher, dass unseren Fahrern nach der Etappe Essen zur Verfügung steht. Es darf nie passieren, dass sie zum Bus kommen und es nichts Frisches zu essen gibt, außer einem Müsliriegel oder Obst. Nach den Anstrengungen der letzten Stunden ist zur Regeneration wesentlich mehr als das nötig. Bei einer Rundfahrt mit mehreren Etappen variieren wir den Essensplan. Ich möchte nicht jeden Tag dasselbe essen - ähnliches gilt für die Fahrer. Einige haben ein Lieblingsessen und haben kein Problem damit, nach jeder Etappe Reis zu essen, während andere jeden Tag etwas Anderes essen möchten. Daher sorgen wir auch für abwechslungsreiche Mahlzeiten: Milchreis, Nudelgerichte, auf Obst basierende Mahlzeiten oder auf Reis basierende Gerichte... Es ist immer eine Kombination aus Kohlenhydraten und Proteinen. Die Liste ist lang, damit für Abwechslung gesorgt ist. Stell dir eintönige Gerichte und Fahrer vor, die nichts essen, da es immer dasselbe gibt. Dann hätte ich ein großes Problem. Ich möchte, dass die Fahrer gut essen und auch genießen, was sie nach einer Etappe essen. Wir möchten auch kreativ sein, da etwas Neues und Anderes positive Auswirkungen haben können. Nach dem Rennen ist auch ein frischer Smoothie sehr beliebt. Wir haben viele Rezepte und viele unterschiedliche Wege, um sie den Fahrern so richtig schmackhaft zu machen.

Was ist für den Sprinter während der Etappe und kurz vor Ende der Etappe in Sachen Energiezufuhr wichtig?

Bei solch einer Etappe ist es sehr wichtig, von Beginn an dem Körper richtig und ausreichend Nahrung und Flüssigkeiten zuzuführen. Wenngleich der Sprinter versuchen wird, es den anderen Teammitgliedern zu überlassen, ihn im Feld zu schützen, muss er selbst in die Pedale treten. Wenn er für den Zielsprint vorbereitet sein möchte, muss er sicherstellen, dass er in guter Form in den letzten Abschnitt geht. Das heißt, die Muskeln müssen noch hart arbeiten und ihre Leistung sogar noch forcieren können. In den letzten Monaten haben wir einige Fahrer gesehen, die am Ende vollkommen erschöpft waren, mit anderen Fahrern nicht länger mithalten konnten und abreißen lassen mussten. Ich möchte sicherstellen, dass dies unserem Team nicht passiert. Die Fahrer können rechtzeitig vor der Endphase ihre Kraftreserven mit PowerBar-Produkten erneut auffüllen. Und wenn sie einen letzten Kick für den Schlusssprint brauchen, können sie ein koffeinhaltiges Gel zu sich nehmen. Das schärft die Sinne und bringt die nötige Wachsamkeit.


Judith Haudum ist 33 Jahre alt und stammt aus dem österreichischen Salzburg. Die studierte Sportwissenschaftlerin, Dozentin und Expertin für Sporternährung arbeitet beim BMC Racing Team, das vom Sponsor PowerBar mit hochwertiger Sporternährung unterstützt wird.