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Willkommen im Ironman!

Um einen Ironman durchzustehen, ist es extrem wichtig, sich Gedanken über die richtige Verpflegung während des Wettkampfes zu machen. Wie ärgerlich es ist, wenn der eigentliche Plan dann aber scheitert und man keinen Plan B in der Tasche hat, musste der mehrfache Ironman-Sieger Andy Raelert gleich zu Beginn seiner Karriere erfahren:

Bei meinem ersten Ironman im November 2008 in Arizona war ich absolut unerfahren. Vor allem was das Thema Verpflegung auf der Langdistanz anbelangt, war ich richtig grün hinter den Ohren. Ich hatte riesigen Respekt vor dem ersten Start auf der langen Strecke. Bis dahin war ich ja auf der Olympischen Distanz zuhause - mit einer Renndauer von maximal zwei Stunden. Da hast du überhaupt keine Zeit, groß an Ernährung währenddessen zu denken, das ist etwas völlig anderes. Ich wusste also schon, dass es für das lange Ding etwas mehr braucht als sonst, gerade wenn es unterwegs warm wird. Also habe ich mir meine Strategie zurechtgelegt und mein Zeug gerichtet. Nach dem Schwimmen ging es dann hoch motiviert auf die Radstrecke. Dem ersten kleinen Hungergefühl sollte ein Stück Riegel Abhilfe schaffen, aber wer denkt denn schon daran, dass man die Verpflegung, die man vorher sorgsam am Rad befestigt hat, gleich zu Beginn verlieren würde? Wenn dir sowas passiert, ist das richtig ärgerlich. Und noch ärgerlicher ist es, wenn man dann keinen Plan B hat. 

Selbstbewusst und naiv wie ich damals war, versuchte ich nach dem Motto „Egal, es wird schon gehen“ einfach weiterzumachen und durchzuprügeln. Mit meinen letzten zwei noch verbliebenen PowerGels bin ich dann über den Radkurs gesegelt. Das hat die Sache aber natürlich nicht besser gemacht und sich dann prompt ab Kilometer 120 gerächt. Ganz ehrlich, es war echt bitter. Auf den letzten 60 Kilometer der Radstrecke habe ich zehn Minuten eingebüßt und genau mit diesem Gefühl sollte ich nun in den ersten Marathon meines Sportlerlebens starten. Willkommen im Ironman! Irgendwie habe ich es dann doch geschafft und angeblich hat es von außen betrachtet gar nicht so schlimm ausgesehen. Doch immer wieder hatte ich Zweifel, ob ich überhaupt ankommen würde. Das Ergebnis hatte dann aber doch etwas Gutes. Ich habe gleich in meinem allerersten Ironman eine große Lehre ziehen dürfen, wie immens wichtig die Verpflegung auf der Langdistanz ist. Wobei der Ausdruck „dürfen“ ziemlich nett klingt im Vergleich dazu, wie es sich unterwegs angefühlt hat.