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Wettkampfvorbereitung: Exklusives Tagebuch von Profi-Triathletin Rachel Joyce

Wie die letzten 24 Stunden vor einem Rennen verbracht werden, kann einen großen Einfluss auf die Leistung haben. Profi-Triathletin Rachel Joyce gewährt uns einen besonderen Einblick in Ihren Tag vor dem IRONMAN Texas im Mai 2015, wo sie den dritten Platz belegte. 

 

7:00 Uhr:

Aufwachen: Ohne Wecker - das hebe ich mir für morgen auf! Ein entspannter Start - um meinen Körper erstmal in Gang zu bringen, mache ich ein paar Mobilisierungsübungen.

 

7:30 Uhr:

Frühstück: Haferflocken mit Blaubeeren, Walnüssen, einem Klacks griechischem Joghurt und teilentrahmter Milch (2% Fett). Dazu trinke ich Wasser und außerdem eine Tasse Tee der Sorte English Breakfast.

 

8:30 Uhr:

Ich fahre zum Schwimmstart und schwimme eine kleine Runde auf der Wettkampfstrecke. Ich trage meinen Rennanzug (meinen ROKA Viper Swimskin) und nehme ein paar verschiedene Schwimmbrillen mit, um herausfinden, welche ich im Rennen tragen werde. Ich schwimme vom Start aus einige Bojen an, um zu checken wo genau die Abzweigung in den Kanal Richtung Ziel ist, damit ich mich am Renntag besser zurechtfinde. Nach dem Schwimmen plaudere ich mit einigen Athleten die auch am Rennen teilnehmen und lasse mich mit ein paar anderen Leuten fotografieren.

 

10:00 Uhr:

Nach dem Schwimmen fahre ich ins Wettkampfhotel. Zu Trinken habe ich eine Trinkflasche mit etwas weniger konzentriertem Isoactive dabei, von der ich regelmäßig einen Schluck nehme, damit ich mit ausreichend Flüssigkeit versorgt bin (ich mag nicht den ganzen Tag nur Wasser trinken). Ich treffe meine Trainerin Julie Dibens im Wettkampfhotel, um das Rennen durchzusprechen und ein paar organisatorische Details zu checken. Während wir uns unterhalten, esse ich einen Natural Energy Cereal Riegel (meine Lieblingssorte ist Cacao-Crunch). Außerdem trinke ich eine Tasse schwarzen Kaffee :).

 

10:45 Uhr:

Radfahren: Als nächstes steht eine Runde Radfahren mit meinem Freund Brett an, der auch am Rennen teilnimmt. Mein Rad ist jetzt komplett für den Renntag ausgerüstet - Startnummern, Laufräder, Trinkflaschen usw. Ich trage meinen Rennanzug und einen Aerohelm. Wir fahren circa 75 Minuten, und ich bemühe mich dabei, die Beine zu lockern. Während der Fahrt trinke ich zwei Trinkflaschen Isoactive Sports Drink. Es ist heiß und schwül, und ich möchte nicht riskieren, total dehydriert in den Renntag zu starten.

Gegen Mittag geben wir unsere Räder und unsere Wechselbeutel in der Wechselzone ab und verlassen schließlich das Wettkampfgelände.

 

13:00 Uhr:

Mittagessen: Dies ist mein zweiter IRONMAN Texas und ich erinnere mich an ein tolles, mediterranes Restaurant, wo es meine perfekte „pre-race“ Mahlzeit gibt - Reis, den ich noch ein bisschen nachsalze, Hähnchen und Gemüse. Dorthin gehen wir zum Mittagessen. Ich esse beim Mittag eine größere Portion, weil ich nicht gern am Vorabend eines Rennens noch eine schwere Mahlzeit zu mir nehme. Wir essen also dort und ich trinke viel Wasser zum Essen.

 

14:00 Uhr:

Füße hoch: Wir fahren zurück in unser Gästehaus und ich lege für ein paar Stunden die Füße hoch. Für ungefähr 20 Minuten spiele ich gedanklich das Rennen vom Start bis zum Ziel durch. Ich denke dabei an den Schwimmstart, an die Wechsel und die verschiedenen Höhenpunkte der Rennstrecke. Wenn ich damit durch bin, kann ich mich entspannen und abschalten. Ich mache ein Nickerchen, vielleicht 20 Minuten, dann lese ich, schaue TV und ruhe mich einfach aus. Während des Nachmittags trinke ich Wasser und noch eine Trinkflasche schwach gemixtes Isoactive Lemon, das ergibt dann wahrscheinlich ungefähr so etwa einen Liter Flüssigkeit. Als Snack gibt es einen Joghurt mit ein bisschen Studentenfutter.

 

 

16:00 Uhr:

Ich stehe auf und suche meine Sachen für den Wettkampftag zusammen, damit für morgen alles fertig ist. Ich messe das Getränkepulver für meine Fahrradflaschen ab: zwei Flaschen mit je 750 ml Isoactive, davon eine etwas schwächer als gewöhnlich für direkt nach dem Schwimmen und die andere normal dosiert. Auf dem Fahrrad esse ich meist PowerGel Shots, also nehme ich vier Päckchen davon mit und noch zwei PowerGels (einmal mit Koffein für einen Extra-Kick nach 100 Kilometern). Außerdem bereite ich meinen eigenen Spezialbedarf für den Lauf vor, das sind noch einmal vier Gels in meinen Lieblings-Geschmacksrichtungen: Zweimal Red Fruit Punch und zweimal Strawberry Banana.

 

17:00 Uhr:

Dann ein Lauf zum Lockermachen - nur 15 bis 20 Minuten und ganz easy. Diese Zeit nutze ich gern, um mir über das Rennen am nächsten Tag Gedanken zu machen.

 

18:00 Uhr:

Abendessen: Sehr einfach - noch einmal das Gleiche: etwas gegrilltes Hähnchen und Reis (eine kleinere Portion als zum Mittag) und ein griechischer Joghurt. Dazu stilles Wasser und auch etwas Kokosmilch.

 

19:00 Uhr:

Ausruhen - alles ist erledigt, also ruhe ich mich aus und lege die Füße hoch – ich unterhalte mich mit meinem Freund Brett und wir schauen ein bisschen Fernsehen, nichts zu Anspruchsvolles. Es ist sozusagen Tradition, dass ich dann ein bisschen Schokolade essen muss. Heute sind es ein paar Stückchen dunkle Schokolade von Green & Blacks.

 

20:00 Uhr:

Schlafenszeit - ich werde wohl nicht sofort einschlafen (obwohl mir das manchmal auch passiert). Eine Flasche Wasser steht neben dem Bett. Ich lese und höre mir vielleicht noch einen Podcast an (NICHT über Triathlon), damit ich besser einschlafen kann. Manchmal schlafe ich vor einem Rennen so gut, dass ich wenn der Wecker klingelt erst einen Moment brauche, bis mir einfällt, dass es ZEIT FÜR DAS RENNEN ist! 


© Corinne Mäder Reinhard, Senior EU Sport Nutrition Manager PowerBar. International Olympic Committee postgraduate Diploma in Sports Nutrition