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Kopfsteinpflaster & 223,5 Kilometer

Die vierte Etappe der Tour de France hat’s mächtig in sich. Gleich sechs Mal müssen die Fahrer über holpriges Kopfsteinpflaster, zudem stehen mit 223.5 Kilometer so viel wie bei keiner anderen Stage auf dem Zettel. Auf was müssen die Profis bei solch einer extremen Belastung achten, was macht den Reiz der Etappe aus und warum fährt man überhaupt über Kopfsteinpflaster? Judith Haudum vom BMC Racing Team gibt Einblicke.

Sprint-Etappe, Stage 4, 223 km, Seraing – Cambrai

Warum werden so lange Etappen gefahren?

Einige von euch können sich vielleicht noch an die ersten Etappen der letztjährigen Tour de France erinnern. Viele Fahrer sind gestürzt und einige große Namen mussten bereits in der ersten Rennwoche aufgeben. Die 4.Etappe wird ebenfalls von vielen Fahrern im Peloton gefürchtet, schließlich ist es die längste der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Zudem müssen sich die Profis auch noch mit Kopfsteinpflaster herumschlagen. Ihr fragt euch, warum im Rahmen der Tour de France auch so lange Etappen gefahren werden? Nun, die Anforderungen an die Fahrer sind schlichtweg verschieden. Heute muss man vor allem im Schlussteil des Rennens in einer ausgezeichneten Position sein. Hinzu kommt die Herausforderung durch die Kopfsteinpflaster-Abschnitte nach mehr als 170 Kilometern. Eine ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr wird daher abermals entscheidend sein. Es wird mächtig was los sein. Und wenn es Action gibt, dann wird es für die Fahrer, Medien und Zuschauer eine spannende und unterhaltsame Etappe werden. Wir hoffen, dass es zu keinen Stürzen kommt und die Fahrer sicher und gesund das Ziel erreichen.

Gibt es Unterschiede bei der Nahrungs- bzw. Flüssigkeitszufuhr auf so flachen, langen Strecken?

Bei Bergetappen erfolgt die Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr in den Anstiegen sowie in den flachen Abschnitten, da während der Abfahrten die Geschwindigkeit zu hoch ist. Man nimmt ein Gel oder einen Riegel am Berggipfel in den Mund und kaut dieses bzw. diesen während der Abfahrt. Es ist jedoch schwierig, bei 80 km/h etwas zu trinken oder zu essen. Im Fall einer flachen Etappe ist die Nahrungs- bzw. Flüssigkeitszufuhr einfacher. Einige Fahrer im Feld haben die Aufgabe, Flaschen vom Teamfahrzeug zu den Teamkollegen zu bringen. Diese Methode funktioniert sehr gut und ist für den Kapitän ideal. Für die Fahrer, die zum Teamauto zurück müssen, kann es manchmal eine echte Herausforderung sein, die Distanz vom Fahrzeug zur Gruppe wieder gut zu machen. In der Regel klappt das allerdings meist ohne Probleme.
Bei Flachetappen ist es deutlich leichter, einen Verpflegungsbeutel aus einem Verpflegungsabschnitt mitzunehmen. Am Berg ist dies deutlich schwieriger. Und oft ist dies auch der falsche Zeitpunkt, sich einen Beutel zu schnappen. Anders als bei einer Flachetappe sieht man seine Betreuer hin und wieder erst spät und kann sich somit nicht gut auf die Übergabe vorbereiten. Ein solcher Beutel ist vollgepackt mit Lebensmittel: Panini, Kuchen, Bananen, PowerBar-Gels, PowerBar-Energieriegel und PowerBar Isoactive Sports Drink. Jeder Fahrer kann dann das nehmen, was er möchte. Je nach Etappe können einige Nahrungsmittel variieren, aber Gels, Riegel und Getränkeflaschen sind immer mit dabei.

Eine weiterer Unterschied bei der 4.Etappe ist der letzte Teil: Die Fahrer müssen auf die Kopfsteinpflaster-Abschnitte vorbereitet sein. Sie benötigen bis zu 90 g Kohlenhydrate pro Stunde - und genau das wird die wahre Herausforderung werden. Sie müssen einerseits den Lenker halten, andererseits müssen sie irgendwie Energie zuführen. Wenn sie also den richtigen Zeitpunkt verpassen und die Zeit zwischen der Nahrungszufuhr zu lange ist, wird ihnen letztlich die Kraft ausgehen.

Ist die Regenerationsphase nach dieser Etappe eine andere?

Die Regeneration ist nach jeder Etappe gleich. Das Auffüllen der Energiespeicher und die Regenerationsphase unmittelbar nach dem Rennen haben absolute Priorität. Nachdem die Fahrer die Ziellinie überquert haben, werden sie sich ein Getränk beim Betreuer schnappen. Diese haben verschiedene Getränke in ihrem Rucksack. Auch ein paar PowerBar-Proteinriegel sind da schon dabei, falls ein Fahrer auch etwas „zwischen den Zähnen“ haben möchte. Unsere Betreuer machen für gewöhnlich einen fantastischen Job an der Ziellinie. Sie sind dort, bis der letzte Fahrer die Ziellinie überquert hat, und verteilen Getränke, Handtücher sowie frische Kleidung. Was auch immer benötigt wird, der Betreuer hat es normalerweise. Und genau das ist es auch, was den Unterschied ausmacht und für eine gute Regeneration so wichtig ist. Denn wie sollten sie sich für den folgenden Tag ohne etwas zu Essen und Trinken regenerieren?


Judith Haudum ist 33 Jahre alt und stammt aus dem österreichischen Salzburg. Die studierte Sportwissenschaftlerin, Dozentin und Expertin für Sporternährung arbeitet beim BMC Racing Team, das vom Sponsor PowerBar mit hochwertiger Sporternährung unterstützt wird.